[Rezension] Kathleen Barber – Schläfst du noch?

Zu diesem Buch:
Nichts ist gefährlicher als die Lüge … außer der Wahrheit.

Seit zehn Jahren flieht Josie vor ihrer dunklen Vergangenheit. In New York ist es ihr endlich gelungen, sich gemeinsam mit ihrem Freund Caleb ein normales Leben aufzubauen. Doch dann taucht eine neugierige Journalistin auf, die mit allen Mitteln versucht, die Geschichte um Josies ermordeten Vater wieder aufzurollen. Mit ihrem Podcast bringt sie nicht nur Josies Erinnerungen ans Tageslicht, sonder bedroht gleichzeitig ihre heile Welt …

Über die Autorin:
Kathleen Barber wuchs in Galesburg, Illinois, auf. Sie machte ihren Abschluss an der University of Illinois und der Northwestern University School of Law und arbeitete zuvor bei großen Firmen in Chicago und New York im Bereich Konkursrecht. Wenn sie nicht schreibt, reist Kathleen gerne mit ihrem Mann um die Welt.

Meine Zusammenfassung:
Es beginnt mit einem Anruf mitten in der Nacht. Womöglich ist es Caleb, der momentan beruflich in Afrika unterwegs ist, jedoch weiß er doch genau von der Zeitverschiebung. Als Josie ans Telefon geht ist sie sich sicher, dass es nicht Caleb ist, sondern jemand aus ihrer Vergangenheit. Lanie, ihre Zwillingsschwester?

Am nächsten Tag hört sie, wie sich zwei Teenager über den Mord, der schon mehr als zehn Jahre her ist, an einem Mann namens Chuck Buhrman unterhalten und erfährt anschließend selbst über das Internet, dass eine Journalistin, Poppy Parnell, Podcasts über eben diesen Mann hochlädt, um die Wahrheit über den Mord zu erfahren. Den Mord, an ihrem Vater.

Er soll von dem siebzehn-jährigen Nachbarjungen, Warren Cave, erschossen wurden sein. Doch seine Mutter, Melanie Cave, ist bis heute von seiner Unschuld überzeugt und hat sich somit an die Journalistin gewandt.

Von Paranoia geplagt, jeder könnte sich gerade diese Podcasts anhören und ahnen, dass es sich bei ihr, Josie, um die Tochter von Chuck Buhrman handelt, folgen schlaflose Nächte. Eine Kurzschlussreaktion, ausgelöst durch ein Mädchen, welches in ihr Handy tippend, hinter ihr in der Schlange an der Kasse im Supermarkt steht, sie möglicherweise erkannt haben könnte, lässt sie aus dem so eben betretenen Supermarkt stürmen, schnurstracks in einen Frisiersalon. Möglicherweise die einzige Möglichkeit, nicht mehr so auszusehen, wie ein Familienmitglied der Buhrmans.

Einen Tag, nachdem Caleb aus Afrika zurück ist, erhält Josie einen Anruf von ihrer Cousine Ellen: „Sie ist tot. Es tut mir Leid.“ Josies Mutter. Selbstmord. Selbst erhängt an einem Baum, an dem Ort zu dem sie damals geflohen ist. Zu einer Art Sekte, die LKG – Lebenskraft-Gemeinschaft.

Nun führt kein Weg mehr daran vorbei. Sie muss sich ihrer Vergangenheit stellen und zurück nach Elm Park, ihre Heimat. Doch ohne Caleb. Ohne Halt. Denn Caleb weiß auch nach fünf Jahren Beziehung nichts von all dem, was damals passiert ist. Ihm hat sie erzählt, ihre Eltern seien bei einem Autounfall gestorben. Damals, auf ihrer Reise um die Welt, hatte sie jedem diesem Lüge erzählt. Damals dachte sie auch noch, das mit Caleb wäre nach einer Woche wieder vorbei.

Doch auch diesmal kann sie ihm nicht die Wahrheit sagen. Erzählt ihm stattdessen, ihre Tante, die sich nach dem Tod ihrer Eltern – eine Halbwahrheit – um sie gekümmert hat, sei gestorben. Und so kommt es, dass sie alleine nach Hause fliegt, das Zuhause, welches sie so lange versucht hat, zu vergessen …

Ein Gestrick aus Lügen fängt an zu bröckeln und die Wahrheit rückt immer näher ans Licht.

Meine Meinung:
412 Seiten voller Spannung. Ich habe von Anfang an mitgefiebert und das Buch innerhalb von nicht einmal zwölf Stunden wirklich durch „gesuchtet“. Es gab immer wieder neue Ungereimtheiten, die mich an den Verdächtigungen an Warren haben zweifeln lassen und ich war mir bis zum Schluss nicht sicher, was oder bzw. wer hinter diesem Mord steckt.

Zwischen all der Spannung ist die Erzählung der beiden Schwester, die als Kinder unzertrennlich waren und als Erwachsene ohne ein Wort miteinander zu wechseln ziemlich rührselig. Am Anfang viel es mir schwer, das Verhalten von Lanie, dem „bösen“ Zwilling, nachzuvollziehen. Doch mit dem Verlauf der Geschichte wurde mir ihr Verhalten und ihre Reaktionen auf viele Dinge immer klarer. Wenn man selber Schwestern (oder allgemein Geschwister) hat – in meinem Falle drei Schwestern – mit denen man sich öfter mal gestritten hat, kann man das Verhalten der Zwillinge ziemlich gut verstehen.

Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen und finde es irgendwie schade, dass die Geschichte vorbei ist. Das Ende hat mich nicht überrascht, da ich wie ein kleiner Sherlock selbst meine Schlüsse – und sogar fast komplett die richtigen – gezogen habe.

Mein Fazit:
Kathleen Barber hat eine Geschichte erfunden, die ihr euch nicht entgehen lassen solltet. Mich hat sie damit in ihren Bann gezogen. Wenn mein Freund mich nicht ins Bett geschickt hätte, hätte es diese Rezension heute Morgen um 04:00 Uhr schon ihren Weg ins Netz gefunden. Die Augenringe wären es mir wert gewesen.

Fünf von fünf möglichen Sternen gibt es von mir.

Interesse? Dann kauf das Buch gerne hier:

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