[Rezension] Karine Lambert – Und jetzt lass uns tanzen

Zu diesem Buch:
„Ein Roman, der zeigt, dass das Herz keine Falten hat und Liebe immer möglich ist.“ – Grégoire Delacourt.

Beinahe wären sie einander nie begegnet: Marcel, der den Sternenhimmel liebt, und Marguerite, die nur dem Tag Schönheit abgewinnen kann. Er, für den nur die Freiheit zählt, und sie, die ausnahmslos allen Regeln folgt. Doch dann verlieren beide ihre langjährigen Ehepartner. An diesem Wendepunkt in ihrem Leben treffen Marguerite und Marcel aufeinander und stellen überrascht fest, dass sie über die gleichen Dinge lachen. Wagen sie es auch, noch einmal zu lieben?

Über die Autorin:
Karine Lambert ist Fotografin und Schriftstellerin und lebt in Brüssel. Für ihr erstes Buch, das in Frankreich zum Bestseller avancierte, erhielt sie 2014 den Prix Saga Café für das beste belgische Debüt. Mit ihrem zweiten Roman Und jetzt lass uns tanzen erscheint sie nun im Diana Verlag erstmals auf Deutsch.

Meine Zusammenfassung:
Marguerite ist 78 Jahre alt, als ihr langjähriger Ehemann Henri verstirbt. Sie fühlt sich plötzlich verloren, da sie in der ganzen Zeit niemals ohne ihren Ehemann sein musste. Henri, ein angesehener Notar, war immer der, der sagte wo es lang ging. Er hat entschieden, welche Musik sie hören, welche Filme sie gut finden oder was gekocht werden soll. Auch Henri war es der entschied, dass ihr gemeinsamer Sohn Frédéric aufs Internat gehen soll, damit aus ihm ein stattlicher, kluger Mann wird.

Frédéric ist es nun, der es seinem Vater gleichtun möchte und sich nun um seine altgewordene Mutter kümmert. Früher war es dieser kleine Junge, der an den Wochenenden, an denen er aus dem Internat nach Hause kam, liebevoll in ihren Armen lag, sich freute sie zu sehen und sich von ihr überall hin führen ließ. Heute ist es, dieser erwachsene Mann, der es ein wenig zu gut mit Marguerite meint. Alleine in einem großen Haus, mit einer Haushälterin, die in ihrer Abwesenheit die Kleider der Hausherrin trägt und das nach 30 Jahren Dienst im Hause, das geht doch nicht.

Und dann hat sie auch noch diesen Fremden bei der Kur kennengelernt, die ihr der Arzt verschrieben hat, in ihrem Alter! Wo soll das nur enden?

Marcel ist 73 Jahre alt und ist ebenfalls Witwer, nachdem seine Frau Nora starb. Sie war sein Stern, sein Leben. Ohne sie ist er verloren. Hätte er doch bloß nicht versucht, ein 50 Punkte Wort beim Scrabble zu legen, dann wäre er an diesem verhängnisvollen Tag bei ihr gewesen … Für ihn ist das Leben mittlerweile nur noch trist und grau. Selbst seine Tochter Manou kann ihn nicht aufheitern, wo sie doch selbst ihre eigene Mutter verloren hat und gerne Erinnerungen und Trauer mit Marcel teilen möchte.

Sie beschließt, dass sie ihren Vater in Kur schickt. Dort lernt er die liebreizende Marguerite kennen, die er sogleich im Anschluss nach der Kur auf einen Kurztrip entführt, ohne, dass ihre Kinder, Frédéric und Manou, davon erfahren. Sie genießen den Ausflug und stellen fest, dass sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Sie der Tag, er die Nacht. Sie, die Dame die immer jeglichen Regeln gefolgt und den Wünschen ihrer Eltern oder denen ihres Mannes entsprochen hat, er, der das Leben bis ins kleinste Detail genossen und die Welt entdeckt hat.

Doch kommen Marguerite Zweifel, als sie eines Tages beim Glühbirnenwechsel vom Stuhl fällt, ob sie das richtige Alter hat, um sich so einem ungestümen Mann noch einmal hinzugeben. Wie hätte sich wohl ihre lebens- und abenteuerlustige Schwester, die viel zu früh bei einem Unfall gestorben war, entschieden?

Meine Meinung:
Wirklich eine angenehme und freudig süße Geschichte für Zwischendurch. Hier merkt man, dass niemand zu alt ist, um sich noch einmal neu zu verlieben. Marguerite und Marcel sind einfach zwei sehr sympathische Charaktere, die einem das Herz aufgehen lassen.

Mir hat es sehr gut gefallen, dass die beiden Protagonisten so unterschiedlich sind und doch so viel gemeinsam haben. Beide dachten sie, dass es nicht möglich ist, sich noch ein zweites Mal zu verlieben und mussten dann das Gegenteil feststellen. Ebenfalls sind auch die Kinder Frédéric und Manou unterschiedlich wie Tag und Nacht. Er ist ebenfalls wie sein Vater früher angesehener Notar und ein wenig verklemmt, eher wenig bereit zu Herausforderungen und Überraschungen. Sie dagegen ist Lehrerin – in ihre Klasse geht auch Frédérics Sohn, Ludovic – und genauso offen wie ihr Vater und ihre Mutter. Doch eins haben auch die beiden gemeinsam, die Sorge um ihre Eltern.

Es handelt sich hierbei einfach mal um eine etwas andere Liebesgeschichte, die mir Spaß gebracht hat und mich immer hat weiterlesen lassen. Ich fühlte mich diesen beiden Personen so verbunden und wollte sie schon selbst, zu ihrem Glück zwingen. Das Buch liest sich sehr angenehm und einfach. Außerdem hat es mich zum Lächeln gebracht.

Mein Fazit:
Mir ist das Herz aufgegangen. Ich habe mich unterhalten gefühlt und ich wünschte mir, dass auch ich in diesem Alter noch so einen Lebensfreude empfinden werde und mein Glück mit jemandem teilen kann. Ein kleiner Abzug, weil es mir an ein oder zwei Stellen zu langweilig wurde, aber im Großen und Ganzen eine bezaubernde Geschichte.

4 von 5 Sternen.

Interesse? Dann kaufe das Buch sehr gerne hier.

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