[Rezension] Phaedra Patrick – Wie Arthur Pepper sich vor seiner Nachbarin versteckte und am Ende doch sein Herz fand

Zu diesem Buch:
Arthur Pepper – 69 Jahre und seit einem Jahr Witwer – führt ein geregeltes Leben ohne größere Überraschungen. Jeden Morgen um Punkt halb acht steht er auf, zieht seinen senffarbenen Pullunder an und gießt seinen Farn, dem er den Namen Frederica gegeben hat. Bis er eines Tages ein Armband findet, das seiner verstorbenen Frau gehört hatte und das er noch nie zuvor gesehen hat. Ein Armband mit acht Anhängern? Was hat ein jeder von ihnen zu bedeuten? Wo kommen sie her? Welche Geheimnisse hatte seine Frau vor ihm? Arthur bleibt nichts anderes übrig, als sich auf die Spuren dieses mysteriösen Schmuckstücks zu begeben. Auf eine turbulente Reise, die ihn von London über Paris bis nach Indien führt und bei der er nicht nur seiner Frau näherkommt, sondern letztendlich auch sich selbst.

Über die Autorin:
Die Engländerin Phaedra Patrick hat bereits als Glasmalerin, als Kellnerin, als Filmfest-Organisatorin und als Kommunikationsmanagerin gearbeitet, bevor sie sich ganz dem Schreiben zuwandte. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in der Nähe des Peak District National Parks. Die Idee zu Arthur Pepper kam ihr, als sie ihrem Sohn ihr eigenes Armband aus der Kindheit zeigte und ihm die Geschichten erzählte, die hinter jedem der Anhänger steckten.

Meine Zusammenfassung:
Arthur ist 69 Jahre alt und frischer Witwer. Seine Ehefrau Miriam ist nun seit einem Jahr verstorben und er schafft es immer noch nicht, sich wieder aufzurappeln. Sein Sohn Dan lebt mit seiner eigenen Familie in Australien und war ihm auch schon damals nicht sehr nah. Seine Tochter Lucy sorgt sich um ihn, war sie doch schon immer viel sensibler als ihr Bruder, und verbringt ihren Lebtag als Lehrerin. Und dann ist da auch noch diese nervige Nachbarin Bernadette, die quasi täglich bei ihm aufkreuzt und ihm irgendetwas zu Essen vorbeibringen möchte. Jedes Mal wenn sie an der Tür klingelt erstarrt Arthur zu einer Statue und tut so, als seie er nicht da.

Arthur weiß, dass es so nicht weitergehen kann und beschließt, Miriams Sachen auszumisten. Gute Sachen, möchte er spenden die kaputten Sachen kommen selbstverständlich weg. Beim Ausmisten ihrer Schuhe entdeckt er in einem ihrer Stiefel ein Kästchen, welches er zuvor noch nie gesehen hat. Da er keinen Schlüssel dazu findet, bricht er das Schloss auf. Als ehemaliger Schlosser für ihn ein Klacks, trotz schlechter Augen. In diesem Kästchen befindet sich ein Bettelarmband, mit acht Anhängern. Auch dieses Armband hat er noch nie zuvor gesehen, außerdem passt es auch nicht zu seiner Frau.

Auf einem der Anhänger – ein Elefant – wurde eine Telefonnummer eingraviert. Die Vorwahl 0091 weist daraufhin, dass es sich um eine Telefonnummer in Indien handelt. Indien? Wie kann das sein? Seine Frau hatte nie etwas mit Indien zutun! Oder doch? Um das herauszufinden bleibt Arthur nichts anderes übrig, als diese Telefonnummer zu wählen.

Dabei kommt heraus, dass er mit Mr. Mehra, auf den seine Frau vor etlichen Jahren, bevor sie und Arthur sich kennenlernten, aufgepasst und um den sie sich gekümmert hat, als er noch ein Kind war. Mr. Mehra erzählt ihm alles, woran er sich noch erinnert und gibt Arthur einen Hinweis darauf, dass das Leben seiner Frau doch mehr Geheimnisse aufwirft, als er sich je hätte erträumen lassen. Waren sie doch in den über 40 Jahren Ehe ein doch eher ruhiges Paar, dass nicht in der Weltgeschichte umherreiste.

Die Geschichte von Mr. Mehra aus Indien, und dem Anhänger den er damals Miriam als Entschuldigung, da sie seinetwegen ihren Job im Hause Mehra verloren hatte, schenkte, treiben Arthur dazu an, auch die anderen Geschichten hinter den verbleibenden sieben Anhängern zu erfahren. Mit Unterstützung von seiner Nachbarin Bernadette und ihrem eher zurückhaltenden Sohn Nathan begibt Arthur sich auf eine Reise, die ihn seine alltägliche Routine vergessen und einen viel lebendigeren, abenteuerlustigeren Arthur kennenlernen lässt. Er trifft auf Tiger und einen ehemaligen Harem, auf verwegene Schriftsteller und hilfsbereite Fremde, die ihn seiner geliebten Miriam immer näher bringen und ein stückweit auch sich selbst.

Meine Meinung:
Ein wundervoller Roman voller Trauer um den Verlust geliebter Menschen aber auch um die Freude an Erinnerungen über eben diese. Es war spannend zu verfolgen, wie Arthur aus seinem Alltagstrott entflieht und sich auf eine Reise begibt, die er nie für möglich gehalten hätte. War er doch noch nie der weltgewandte Typ, sondern eher das Gewohnheitstier, dass die Ruhe mit seiner eigenen Familie liebte.

Der Verlust seiner Ehefrau hat ihn schwer getroffen und umso schöner ist es, dass er dieses mysteriöse Armband findet, dass ihn die Freude und Neugier am Leben zurück gewinnen lässt. Auf dieser Reise erfährt er viele Dinge über seine Frau, die ihn ziemlich überraschen aber sie dadurch auch als Mensch noch mehr zu schätzen und zu lieben lernt. Außerdem lernt er viele neue Menschen kennen, die ihn mehr und mehr mit seiner Frau, durch alte Erinnerungen, verbinden.

Es hat Spaß gemacht zu verfolgen, wie Arthur über sich hinauswächst und wieder zu sich selbst findet und dabei eine neue, noch bessere Version von sich selbst wird. Hegten ihn doch teilweise Selbstzweifel, was seine Frau an ihm finden konnte, wo er doch so anders war, als das Leben was sie vorher geführt hatte. Doch kommt er durch diese Reise nicht nur seiner Frau und sich selbst näher, sondern auch seinen Kindern und den Menschen in seiner näheren Umgebung.

Die Geschichte motiviert dazu, neue Dinge auszuprobieren und aus seinem Trott auszubrechen, nicht alles was neu ist, ist schlecht. Manchmal helfen Routinen, um sich sicher zu fühlen, aber manchmal hilft es auch, mehr aus dem zu machen, wer und was einen umgibt.

Mein Fazit:
Ich fand dieses Buch wundervoll und es hat mich dazu angeregt, solch ein Armband zu verschenken um neue Geschichten darum zu schaffen und sie selbst mitzuerleben. Eine klare Empfehlung von mir.

4 von 5 Sternen.

Interesse? Dann kaufe das Buch sehr gerne hier.

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