[Rezension] Carl Frode Tiller – Kennen Sie diesen Mann?

Zu diesem Buch:
David hat sein Gedächtnis verloren. Er weiß nicht mehr, wer er ist. In einer Zeitungsanzeige fordert er Verwandte und Bekannte auf, ihm einen Brief zu schreiben, um ihm seine Erinnerungen zurückzugeben. Und er bekommt Antworten auf seine Fragen. Aber will er die wirklich hören? Denn sie sind ganz unterschiedlicher Art und nicht immer schön. Sein Jugendfreund Jon, ein Musiker, der gerade den Halt zu verlieren scheint, meldet sich. Sein Stiefvater Arvid, ein Pfarrer, der auf den Tod wartet. Und seine Jugendliebe Silje, eine Frau mittleren Alters, die möglicherweise im Begriff ist, aus ihrer Ehe auszusteigen. Die Briefe geben ihnen allen die unerwartete Chance, von ihrem eigenen Leben zu erzählen, während sie zugleich Davids Geschichte einkreisen. Aber wer ist David wirklich?

Über den Autor:
Carl Frode Tiller, geboren 1970, ist ein norwegischer Autor, Historiker, Musiker und Komponist. Er gilt als Meister der psychologischen Zwischentöne. Seine Romane sind vielfach preisgekrönt und in 16 Sprachen übersetzt. „Wer du heute bist“ ist nach „Kennen Sie diesen Mann?“ Der zweite Teil der Trilogie um den gedächtnislosen David.

Meine Zusammenfassung:
Sein Gedächtnis verloren bitte David in einer Zeitungsanzeige darum, dass Freunde und Familienmitglieder ihm Briefe schicken, damit er seine Erinnerungen wieder zurück bekommt. Er bekommt tatsächlich Briefe von Jon, einem Freund aus seiner Jugend, er aktuell als Musiker unterwegs ist und dessen Leben auseinander zu fallen droht. Was Jon ihm zu erzählen hat, dürfte David vermutlich überraschen; sie beide scheinen eine Art schwules Paar gewesen zu sein. Doch stimmt das? Auch über seinen Charakter erfährt David einiges von Jon, was ihm alles andere als gefallen dürfte.

Doch erhält David auch einen Brief von seinem Stiefvater Arvid. Einem Pfarrer, der momentan durch seine Erkrankung im Krankenhaus ist und vermutlich auf den Tod wartet. Von ihm erfährt David einiges über seine liebevolle Kindheit, seit er gemeinsam mit seiner Mutter Berit zu ihm ins Pfarrhaus gezogen ist. So schön seine Kindheit auch gewesen zu sein scheint, war seine Jugend wohl alles andere als „normal“. Immer mehr hat sich David in seiner Neigung zu Kunst und Kultur in dem Wunsch einzigartig und besonders zu sein in eine Richtung entwickelt, die ziemlich gewöhnungsbedürftig für seine Eltern wurde.

Einen weiteren Brief erhielt er von Silje, einer vermeintlichen Jugendliebe. Silje, die sich momentan in einer Ehekrise mit ihrem Mann Egil befindet, nutzt diese Gelegenheit noch einmal in Erinnerungen zu schwelgen, in denen sie und David zusammen waren, aber auch Erinnerung an die Zeit, in denen sie noch ein Trio mit Jon waren. Auch von ihr erfährt David einiges, was ihn überraschen dürfte.

Welche Geschichte jedoch stimmt? Oder ist an allen etwas dran? In allen drei Geschichten finden sich Ähnlichkeiten, wie zum Beispiel gewisse Charakterzüge von David oder auch den anderen dreien aus diesem Gespann. Vielleicht kann man auch keinem der drei glauben, wo sich doch alle momentan in einer Situation befinden, die eher unglücklich ist und vermutlich wären sie schön blöd, wenn sie die Gelegenheit David einen Bären auf zu binden nicht nutzen würden …

Meine Meinung:
Es hat keine 24 Stunden gedauert und ich habe dieses Buch durch gelesen. Ich weiß nicht wieso, aber es hatte eine Leichtigkeit an sich, die mich quasi durch die Seiten hat fliegen lassen. Jede der drei enthaltenen Briefe oder auch Geschichten der Charaktere hat mich auf ihre Art in seinen Bann gezogen und mich nach mehr Inhalt verlangen lassen.

Es ist seltsam, dass man den Mann – David – um den es eigentlich geht, überhaupt nicht kennenlernt, sondern darauf angewiesen ist, die Briefe zu lesen und ihn somit kennenzulernen. Ich wurde praktisch in die Lage von David versetzt, als würde ich versuchen, etwas über mich selbst herauszufinden. Diese Art der Geschichte fand ich persönlich sehr spannend und herausfordernd.

Dieses Buch lässt so viele Spekulationen zu, dass man gar nicht mehr weiß, was man glauben soll. Vermutlich zielt es auch genau darauf aus. Irgendwie bin ich immer noch voll drin und würde am liebsten sofort noch mehr erfahren, da ich mir wirklich nicht sicher bin, wieviel Wahrheit oder Fiktion in dem Geschehen steckt. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob ich nicht nur die Briefe nicht glauben soll – oder doch? – oder ob ich auch die einzelnen Geschichten nicht glauben – oder doch? – kann. Völliger Mindfuck …

Vielleicht ist es auch nur ein krankes Spiel von David, der einfach nur wissen möchte, was seine Freunde und seine Familie von ihm halten, es ist zum verrückt werden.

Man hat keinerlei Ahnung, ob man überhaupt etwas von dem Ganzen glauben kann oder darf und der Gedanke, was dahinter stecken könnte, lässt mich weiterhin gebannt sein. Ich bin froh, dass es bald den zweiten Teil – allerdings erst im Juli 😥 – gibt!

Mein Fazit:
Du weißt rein gar nichts über den Hauptcharakter, sondern bist auf alle anderen angewiesen, die dich ihm näher bringen. Du weißt nicht, wem du glauben kannst, wie würdest du dich fühlen? Oder ist alles nur Show?

Ein psychologischer Flash für mich!

5 von 5 Sternen.

Interesse? Dann kaufe das Buch sehr gerne hier.

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