[Rezension] Emily Elgar – Schweige nun still

Zu diesem Buch:
Eine junge Frau wird in die Station für Koma-Patienten des St. Catherine Hospital eingeliefert, nachdem man sie bewusstlos in einem Straßengraben gefunden hat. Ein tragischer Unfall mit Fahrerflucht? Im Bett neben Cassie liegt Frank, der am Locked-in-Syndrom leidet: Er nimmt alles wahr, kann sich aber nicht mitteilen. Die Menschen um ihn herum verhalten sich so, als wäre Frank gar nicht da. Und so ist er es, der als Einziger die Puzzleteile von Cassies Vergangenheit zusammensetzt und erkennt, dass sie noch immer in tödlicher Gefahr schwebt. Denn jemand aus ihrer nächsten Nähe würde alles tun, damit das Schweigen gewahrt bleibt, niemals ans Licht kommt, was wirklich geschehen ist …

Über die Autorin:
Nach ihren Studienjahren in Edinburgh verbrachte die in Südengland geborene und aufgewachsene Emily Elgar mehrere Jahre als Reiseschriftstellerin in Südafrika. Später arbeitete sie von New York und Istanbul aus für eine internationale NGO. Inzwischen ist sie in ihre Heimat zurückgekehrt und lebt mit ihrem Mann in der Nähe von London, wo sie für eine Wohltätigkeitsorganisation tätig ist, die sich für Frauen in Not einsetzt. Mit „Schweige nun still“ legt Emily Elgar ihr international vielbeachtetes Romandebüt vor.

Meine Zusammenfassung:
Alice ist Krankenschwester am St. Catherine Hospital und kümmert sich schon lange um Frank, der am Locked-in-Syndrom leidet. Sie ist eine der wenigen, die Frank noch wie einen Menschen behandelt, während der behandelnde Arzt davon ausgeht, dass Frank schon lange nicht mehr anwesend ist. Doch Alice ist fest davon überzeugt, das es mit Frank bergauf geht und hält ihn über alles auf dem Laufenden.

Frank, der tatsächlich alles mitbekommt, freut sich über diese Aufmerksamkeit von Alice und versucht mit jedem Tag mehr sich ihr gegenüber irgendwie bemerkbar zu machen, so dass sie ihn nicht aufgibt und weiter daran glaubt, dass er noch irgendwo da drin ist.

Als eines nachts eine neue Patientin auf die Station 9B kommt, ist Frank der Einzige, der alles über die Vergangenheit von ihr erfährt. Cassie wurde mit starken Verletzungen in einem Straßengraben gefunden, vermutlich von einem Auto angefahren, dessen Fahrer Fahrerflucht begangen hat. Ihr Mann Jack und ihre Schwiegermutter Charlotte können es nicht fassen, dass ihre liebste Cassie nun im Koma liegt.

Es gibt jedoch bereits einen Verdächtigen; Jonny. Jonny war ein guter Freund von Jack und Cassie und wurde beobachtet, wie er auf der Silvesterparty in einen heftigen Streit mit Cassie geraten ist, woraufhin sie geflüchtet ist. Jonny, stark betrunken an diesem Abend, scheint ihr gefolgt zu sein. Er ist auch zufälligerweise auch derjenige, der Cassie gefunden hat und die Polizei informiert hat. Dessen Frau Lorna bestätigt der Polizei, entgegen Jonnys Aussage, dass er zum Tatzeitpunkt nicht zu Hause war.

Alice ist bestürzt über dieses Unglück und wirft sich selbst in ihre eigenen Ermittlungen. Sie hat Cassie versprochen, die Wahrheit herauszufinden. Die Ereignisse beginnen sich zu überstürzen, eine weitere Diagnose von Cassie wartet auf deren Familie, Frank macht immer mehr Fortschritte und ist kurz davor sich endlich mitteilen zu können. Es gibt nächtliche Besucher an Cassies Krankenbett und nur Frank weiß, dass es sie gibt und erfährt langsam, wer sich hinter all den Geschehnissen verbirgt.

Doch wird er es schaffen, rechtzeitig Bescheid zu geben? Denn es scheint, als schwebe Cassie weiterhin in Gefahr und nicht nur sie. Auch Alice kommt dem Täter immer mehr auf die Spur und es beginnt eine Jagd auf die Wahrheit, die vermutlich noch vielen zum Verhängnis werden wird …

Meine Meinung:
3 unterschiedliche Perspektiven der Hauptcharaktere führen am Ende zu einem Ergebnis; der Wahrheit. Es war spannend mitzuverfolgen, wie Alice der Sache immer näher kam und das zwischen all ihren eigenen Problemen. Wo sie doch schon seit Jahren versucht mit ihrem Ehemann David Kinder zu bekommen und doch immer wieder Fehlgeburten erleidet. Mit ihrem Schicksal halb abgefunden stürzt sie sich in die Ermittlungen um Cassie, der sie sich persönlich auf eine schöne Art verbunden fühlt und dessen Leben sie nicht mehr loslässt.

Parallel dazu gibt es Frank, der in seiner Bewegungsunfähigkeit, gefangen auf der Station 9B, immer mehr über Cassie, Jack und Charlotte erfährt und langsam verzweifelt, dass er seine Erkenntnisse niemandem mitteilen kann. Er versucht alles, Alice zu unterstützen mehr über Cassie und ihren Unfall herauszufinden.

Gleichzeitig erfahren wir aber auch aus Cassies Perspektive, wie ihre Vergangenheit sich auf den Tatzeitpunkt hin entwickelt und wie es überhaupt zu diesem Unfall kommen konnte. Die Puzzleteile fügen sich für den Leser immer mehr zusammen und das Ganze beginnt, Sinn zu ergeben.

Was mich jedoch gestört hat ist, dass die Geschichte gefühlt etwas in die Länge gezogen wurde. Ab der Hälfte des Buches dachte ich, dass es nun endlich losgehen wird, doch hat es sich auch weiterhin gezogen. Es war in meinen Augen nicht schwer zu erraten, was sich ereignet hat und ich wusste sehr schnell, wer die Person war, die in diese Tat verwickelt war. Das fand ich ein wenig schade.

Gefallen hat mir allerdings der Nervenkitzel, dass Frank immer mehr erfahren hat und es niemandem mitteilen konnte. Ich habe wirklich mitgefiebert und gehofft, dass Frank endlich eine Möglichkeit findet, allen zu zeigen, dass er keine leere Hülle ist und soviel mehr weiß, als jeder andere. Aber auch das hat sich ziemlich gezogen.

Im Endeffekt glaube ich, dass man die Geschichte auch hätte kürzer fassen können und somit die Spannung viel besser aufrecht erhalten könnte. Nichtsdestotrotz hat es mir gut gefallen, auch wenn mir zwischendurch langweilig wurde, war das Buch ganz gut.

Mein Fazit:
Weniger ist manchmal mehr, jedoch eine interessante und nervenaufreibende Idee.

3 von 5 Sternen.

Interesse? Dann kaufe das Buch sehr gerne hier.

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