[Rezension] Valentina Cebeni – Die Blütenmädchen

Zu diesem Buch:
„Ich kann gar nicht glauben, dass ich wirklich hier bin“, murmelte Dafne und blieb im Wohnzimmer stehen, während ihre Großmutter Clelia sich in der Küche zu schaffen machte. Wieder über den altvertrauten Terracottaboden zu gehen, war wie eine Reise in die Vergangenheit. Nichts hatte sich verändert, alles war so, wie sie es in Erinnerung hatte: der Duft nach Lavendelwachs, mit dem Clelia die Möbel polierte, die Häkelarbeit auf dem Sessel neben dem Fenster, die Wolldecke zusammengefaltet auf der Armlehne, die vielen Bücher und frischen Blumen im ganzen Haus – ihrem Zuhause.

Über die Autorin:
Valentina Cebeni wurde 1985 in Rom geboren. Bereits seit ihrer Kindheit liebt sie es, Geschichten zu erzählen. Mit Die Zitronenschwestern, ihrem Debüt in deutscher Sprache, und Die Blütenmädchen geht sie dieser Leidenschaft nach. Sie erzählt darin von Familie, Liebe, der Suche nach dem Glück und den Geheimnissen, die die schönsten Orte ihrer Heimat verbergen.

Meine Zusammenfassung:
Im Oktober 2005 sieht Dafne keine andere Möglichkeit mehr; sie muss sich endgültig von Ettore lösen. Die langjährige Affäre mit ihrem verheirateten Chef, scheint einfach nicht für die Ewigkeit bestimmt zu sein, jetzt, wo seine Ehefrau schwanger ist, wird er diese nicht einfach für sie verlassen. Wie konnte sie nur so dumm sein?

Als sie vor ihrer Wohnung in Rom dann auch noch auf eine Roma trifft, die ihr aus der Hand liest und damit einige alte, verborgene Erinnerungen weckt, beschließt sie kurzerhand zurück in ihr altes Heimatdorf in der Toskana, zu ihrer Großmutter Clelia zu ziehen. Bei einem nächtlichen Ausflug einer Katze folgend, gelangt sie zu der alten Werkstatt ihres verstorbenen Großvaters, die viele Kindheitserinnerungen birgt. Hat davon etwa die alte Roma gesprochen?

Doch sie ist nicht alleine; in der Werkstatt hat sich ein Fremder namens Milan Unterschlupf gesucht, der sie im ersten Moment zu Tode erschreckt. Milan scheint handwerklich ziemlich begabt zu sein und so kommt es, dass Dafne beschließt, ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen und die alte Werkstatt mit Unterstützung von Milan wieder in Ordnung zu bringen und alten Dingen wieder neues Leben einzuhauchen.

Nach der Eröffnung dauert es nicht lange, bis die Bewohner von Torralta Dafne aufsuchen, um ihr ihre alten Gegenstände zu bringen, die sie wieder auf Vordermann bringen soll. Jedoch wirkt ihre Großmutter zutiefst beunruhigt, was die Gabe ihrer Enkelin, in den antiken Gegenständen zu lesen und ihre Vergangenheit hervor zu rufen, betrifft. Auch Milan scheint dem Ganzen skeptisch gegenüber zu stehen, wirkt er doch meist grimmig und schweigt nur zu gerne über sich und seine Vergangenheit.

Eines Tages jedoch findet Dafne zwei identische Uhren, eine aus Milans Besitz und die andere, aus dem Besitz ihres Großvaters, die beiden zur gleichen Zeit stehen geblieben sind. Beide haben im Rücken einen Deckel, der sich nicht öffnen lässt und Geheimnisse zu verbergen scheinen. Während Dafne es kaum erwarten kann, die Besonderheit dieser Funde herauszufinden, möchte Milan eher allem aus dem Weg gehen. Was hat es bloß mit Milan und seiner scheinbaren Angst vor den verborgenen Geheimnissen auf sich? …

Meine Meinung:
Die erste Hälfte des Buches ließ sich einwandfrei und wirklich schnell lesen. Ich bin durchaus durch die Geschichte geflogen und die Zeit verging ebenfalls wie im Flug. Ab der zweiten Hälfte ging es für mich allerdings nur noch schleppend vorwärts… leider. Irgendwie hat die Geschichte an Schwung verloren und zog sich nur noch dahin. Viel von dem geheimnisvollen, was mich anfangs so bezaubert und gereizt hat, ist abhanden gekommen. Die Handlung nahm einen völlig anderen Verlauf und drehte sich auf einmal um die eigene Achse.

Das war leider der Moment, wo mich die Lust ein wenig verlassen hat und ich mich neu darauf einlassen musste. Das Buch ist weiterhin gut geblieben, da sich die Handlung noch weitere Male änderte, allerdings bin ich der Meinung, dass man die Geschichte so auch hätte kürzer fassen können. Irgendwie hat sich die Autorin gefühlt ein wenig verrannt, später dann aber wieder eingefangen.

Die Protagonistin hat mich nach einer gewissen Zeit auch immer wieder stark genervt mit ihren ständigen Zweifeln und ihrem lästigen Selbstmitleid. Dennoch muss ich sagen, mochte ich sie auf ihre eigene Art und Weise. Auch Milan hat mir immer wieder gut gefallen, obwohl er gefühlt etwas schizophren auf mich wirkte. Aber das und natürlich auch die Geschichte die hinter ihm und seinem Verhalten steckte, machten ihn aus.

Das Ende hat mich ein wenig überrascht und fühlte sich nicht ganz passend an. Es war so gezwungen dramatisch… aber hier sei nicht zu viel verraten für diejenigen unter euch, die das Buch selbst lesen wollen. Alles in allem ist es eine liebe- und geheimnisvolle Geschichte um zwei Menschen, die durch das Schicksal über viele Hindernisse zueinander finden und das Leben noch einmal anders kennenlernen.

Mein Fazit:
Fantasievoller Liebesroman mit Happy End und vielen schicksalhaften Umwegen zu einer interessanten Wahrheit. Leichte Lesekost, gerne empfohlen.

4 von 5 Sternen.

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