[Rezension] Christian v. Ditfurth – Böse Schatten

Zu diesem Buch:
In Hamburg wird die Leiche eines Mannes gefunden, der 25 Jahre zuvor zu Tode gefoltert wurde. In seinem Mund steckt ein Fetzen Papier, von dem sich die Polizei Rückschlüsse auf das Mordmotiv erhofft. Doch die Ermittlungen kommen nicht voran und so bittet die leitende Kommissarin Josef Maria Stachelmann um Hilfe. Der frisch berufene Professor mit Privatschnüffler-Vergangenheit stößt bei seinen Recherchen auf ein düsteres Kapitel der deutsch-deutschen Geschichte.

Über den Autor:
Christian V. Ditfurth, geboren 1953, ist Historiker und lebt als freier Autor in Berlin und in der Bretagne. Neben Sachbüchern und Thrillern hat er Kriminalromane um den Historiker Josef Maria Stachelmann veröffentlicht, die auch international Aufmerksamkeit fanden. Außerdem erschienen Thriller um den Berliner Kommissar Eugen de Bodt. Zwei Sekunden wurde mit dem Stuttgarter Krimipreis für den „besten deutschsprachigen Kriminalroman 2016“ ausgezeichnet. Zuletzt erschien Giftflut.

Meine Zusammenfassung:
Als zufällig eine 25 Jahre alte Leiche eines Mannes gefunden wird, als eine Familie die verstorbene Katze begraben möchte, nimmt Kommissarin Rebekka Kranz die Ermittlungen auf. Doch stößt sie bald an ihre Grenzen, da es sich bei den Papierfetzen, die im Mund der zu Tode gefolterten Leiche gefunden wurden, anscheinend um historische Dokumente oder Zeitungsausschnitte handelt. Auf Bitte ihres Chefs, holt sich Kranz Hilfe beim Historiker und frisch berufenen Professor Josef Maria Stachelmann, der der Polizei schon in einigen Fällen durch seine Privatschnüffler Fähigkeiten geholfen hat.

Stachelmann und sein langjähriger Freund und Kollege Georgie durchforsten nicht nur ihre Gedächtnisse sondern auch alle Archive, die ihnen zur Verfügung stehen um mehr über die kleinen Hinweise auf den Papierfetzen herauszufinden. Wären da nicht die ständigen Ablenkungen durch Anne Derling, der Freundin Stachelmanns, und ihren Sohn Felix, die ihm regelmäßig Vorwürfe macht, sich schon wieder in etwas zu verrennen und sie und Felix in Gefahr bringt. Außerdem sind da noch die lästigen Herren einer Stiftung, bei denen Stachelmann auf gut Freund machen soll, um Geld für das Seminar zu beschaffen.

Zwischen privatem und beruflichem Stress, scheinen auch die Recherchen in eine dunkle Zeit der deutsch-deutschen Geschichte zu führen, die Stachelmann und jeden um ihn herum in Gefahr zu bringen drohen. Erst geht eine Bombe, die unter Annes Auto befestigt war hoch und verletzt Felix, dann wird auch noch Georgie fast zu Tode gefahren. Jemand scheint zu wissen, dass Stachelmann und Kranz dem Täter auf der Spur sind. Die Polizei will Stachelmann aus den Ermittlungen heraushalten, doch Kranz, die sich auf eine gewisse Art zu ihm hingezogen fühlt, kann und will nicht auf seine Hilfe verzichten.

Als ihr Chef das herausfindet, wird sie in eine andere Abteilung versetzt und muss zu allem Übel für ihren inkompetenten Macho Kollegen Ewald arbeiten, der die Ermittlungen rund um die Bombenexplosion in eine völlig falsche Richtung leitet. Währenddessen scheint Stachelmann verfolgt zu werden, ein Handlanger des Täters? Kranz, Stachelmann und Georgie scheinen sich immer tiefer bei den Recherchen in eine Geschichte rund um Nazi-Deutschland und die KgU, Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit, zu verstricken aber dem Täter immer noch nicht näher zu kommen.

Bis Kranz auf zwei weitere Leichen stößt, um die ihr Chef gewusst zu haben scheint, da er selbst an den Ermittlungen damals beteiligt war. Warum hat er nichts gesagt? Steckt er vermutlich selbst mit in der Sache und wollte Kranz deshalb aus dem Weg haben? Ihr und Stachelmann bleibt nichts weiteres übrig, als weiter zu suchen und endlich den Täter zu finden, bis ein weiteres Unglück geschieht …

Meine Meinung:
Ich habe eine Weile gebraucht, bis ich mich in die Geschichte hineingefunden habe, da sie mir anfangs doch sehr stumpf vorkam. Abgehakte Sätze, irgendwie wild aneinander gereiht und erstmal für mich ohne viel Sinn. Nach meist zehn gelesenen Seiten, habe ich das Buch wieder aus der Hand gelegt.

Allerdings hieß es, dass Herr Ditfurth schon für den Krimipreis ausgezeichnet wurde, auch wenn ich bisher noch nichts von ihm gehört hatte, und mein Ehrgeiz war geweckt, dem Buch noch eine Chance zu geben. Also habe ich trotz anfänglicher Schwierigkeiten versucht, mich auf die Story einzulassen und durchzuhalten. Ich wurde belohnt.

Obwohl mir die Geschichte teilweise ziemlich plump und manchmal auch weit hergeholt vorkam, habe ich mich doch davon mitreißen lassen. Die drei Hauptprotagonisten wirkten auf mich wie ein älterer Abklatsch von „Die drei Fragezeichen“ in Amateurversion; eine Polizistin die null Ahnung zu haben schien und ihr Selbstbewusstsein aus der Bewunderung von Stachelmann bezog, ein alter Schnüffler, der sich für alles die Schuld gab, weil andere ihm die Schuld für alles gaben und ein schwuler Nerd, der mit seinem Sarkasmus einfach alle nervte und sich dumm stellte um von seiner eigentlichen Intelligenz abzulenken, um dann doch von jedem bestätigt zu bekommen, wie intelligent er doch ist.

Faszinierend. Ich hätte es nicht gedacht, aber die drei Amateure haben mir doch Freude bereitet und mich gut unterhalten. Trotzdem, dass sie bei den Ermittlungen ständig auf dem Schlauch standen und wirklich… wirklich alles falsch gemacht haben, was man nur falsch machen konnte. Selbst, dass dieser Kriminalroman geschichtslastiger ist, als der Geschichtsunterricht damals in der zehnten Klasse, hat mich am Ende doch nicht mehr abgeschreckt.

Mit der Zeit schien es mir, hat sich der Schreibstil des Autors gewandelt, abgehakt und kurz waren die Sätze teilweise immer noch, aber es ergab dennoch endlich einen Sinn für mich. Auch wenn es sich immer wieder gezogen hat und die Geschichte in meinen Augen auch hätte kürzer sein können, hat sie mir dennoch gut gefallen und ich kann sie guten Gewissens weiterempfehlen. Vielleicht, lese ich ja sogar noch die vorherigen Kriminalromane rund um Stachelmann.

Für diesen Roman waren die vorherigen Teile nicht relevant, er ließ sich auch so gut verstehen, obwohl es mit Sicherheit auch einige Andeutungen gegeben haben muss, die sicherlich auf die anderen Geschichten Bezug nahmen.

Mein Fazit:
Manchmal muss man sich auf dröge Geschichten einlassen um am Ende positiv überrascht zu werden. Man kann dabei sogar noch was lernen und hat sogar Spaß daran.

4 von 5 Sternen.

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