[Rezension] Anna Paulsen – Liebe M. Du bringst mein Herz zum überlaufen

Zu diesem Buch:
Wenn ein nie gelesener Brief ein ganzes Leben verändert …

Während andere den Freitag herbeisehnen, freut sich Matilda auf Montag, denn nichts liebt sie mehr als ihren Job im Amt für nicht zustellbare Post, wo sie für die Buchstaben K bis M zuständig ist. Doch dann kommt der Tag, an dem Matilda ein nie überbrachter Liebesbrief so sehr berührt, dass sie beschließt, ihre gewohnten Pfade zu verlassen und den Empfänger ausfindig zu machen – ganz gleich, wie schwierig es wird. Sie stößt auf eine schmerzliche Liebesgeschichte, die bereits viele Jahrzehnte zurückliegt. Doch für ein Happy End ist es schließlich nie zu spät, oder?

Über die Autorin:
Anna Paulsen liebt lange Strandspaziergänge, kurze Nächte und alte Häuser. Bücher gehören zu ihrem Leben wie die Luft zum Atmen, und mit ihren Geschichten will sie vor allem eines: ihre Leser berühren. Jemanden zum Lächeln oder zum Träumen gebracht zu haben, ist für sie das schönste Kompliment. Anna Paulsen lebt mit ihrer Familie in Südwestdeutschland und Nordholland.

Meine Zusammenfassung:
Matilda liebt ihren Job im Amt für nicht zustellbare Post. Dort ist sie für die Buchstaben K bis M zuständig und sorgt dafür, dass so viele Briefe wie möglich doch noch den Weg zu ihrem bestimmten Empfänger finden. Wo andere sich auf das bevorstehende Wochenende freuen, kann Matilda es kaum erwarten, am Montag wieder zur Arbeit zu gehen.

Von ihren Kolleginnen und Kollegen hält sie lieber Abstand, ist sie doch eher der Typ Einzelgänger, statt mit anderen noch nach Feierabend auszugehen. Lieber besucht sie ihre über 80 Jährige Nachbarin Elvira und liest ihr aus deren Lieblingszeitungen vor, oder füttert die Schildkröte einer anderen Nachbarin, die ständig durch ihren Job als Flugbegleiterin über den Wolken unterwegs ist. Neuerdings gehört auch ihr Nachbar Knut dazu, der sich vor kurzem verletzt hat und für den sie nun immer wieder einkaufen geht.

Als sie eines Tages im Postamt einen 50 Jahre alten Brief hinter einem Schrank findet, stellt sich ihre Welt auf den Kopf. Dies ist wohl der emotionalste Liebesbrief, den sie in all der Zeit beim Amt für unzustellbare Post gelesen hat. Kurzerhand beschließt Matilda, den Brief nicht ins Archiv des Amtes zu geben, sondern diesen mit nach Hause zu nehmen. Gemeinsam mit Knut beginnt sie, sich auf die Suche nach Leni und Michel zu machen, deren Beziehung plötzlich endete, da dieser Liebesbrief nicht zugestellt werden konnte.

Matilda ist dafür sogar bereit, ihre Komfortzone zu verlassen und sich tatsächlich auf Reisen zu begeben. Doch die Suche ergibt sich als schwierig, wo soll man nur anfangen und wie soll sie jemals die richtigen Personen finden, wo es doch schon so lange her ist. Vielleicht leben Michel und Leni gar nicht mehr? Während die Suche sich als kurzfristige Sackgasse erweist, entdeckt Matilda weitere Briefe, die sie unmöglich ins Archiv geben kann. Auch hier spielt sie die Liebesbotin und versucht alles, um den Empfänger ausfindig zu machen.

Während sie versucht, sich auf die vielen Briefe zu konzentrieren, versucht ihre Kollegin Kirsten alles, um Matilda aus ihrer Komfortzone zu locken und mit ihr was zu unternehmen. Auch ihr Kollege Lutz lässt sie nicht zufrieden, sondern ergreift jede Gelegenheit, sie anzuflirten und eine Verabredung mit ihr für sich rauszuschlagen. Und dann ist da noch Cornelius, ein eingebildeter Anzugträger mit einer Vorliebe für teure Autos; und der Enkel von Knut. Matilda versucht alles, um Cornelius aus dem Weg zu gehen, bis ein weiterer unzustellbarer Brief auftaucht …

Meine Meinung:
Ich habe noch nie einen so fröhlichen, naiven Menschen wie Matilda kennengelernt. Es ist fast zu unrealistisch, da in meiner Vorstellung kein Mensch so fern ab von der Realität und der heutigen digitalen Welt sein kann. Aber doch, es scheint tatsächlich möglich.

Matilda liebt ihren Job und außerdem ist sie sehr gerne allein und verbringt ihre Zeit am liebsten damit, sich Geschichten über fremde Menschen auszudenken, die sie irgendwo auf den Straßen oder in den unterschiedlichsten Läden entdeckt. Und dabei liegt sie zu meist völlig daneben. Als sie den 50 Jahre alten Brief entdeckt und diesen mit nach Hause nimmt, macht sich ein schlechtes Gewissen breit. Sie hat noch nie etwas verbotenes getan und doch fühlt es sich gut an, da sie der Meinung ist, das richtige zu tun.

Es ist spannend mitzuerleben, wie sich das schüchterne, einsame und naive Mauerblümchen zu einer Frau entwickelt, die über ihre bisherigen Grenzen und ihre Komfortzone hinauswächst. Mit Unterstützung ihres Nachbarn Knut, lernt sie das wahre Leben kennen; sie lernt ein Smartphone zu bedienen und fährt sogar völlig allein mit dem Zug in eine Großstadt wie Berlin oder Hannover. Zum ersten Mal in ihrem Leben verbringt sie ihre freie Zeit nicht nur mit ihren Büchern allein in ihrer Wohnung oder zwischen alten Büchern und Möbeln in Antiquariaten.

Für Matilda beginnt eine Reise in die weite und digitale Welt aber auch zu sich selbst und einem erweiterten Bewusstsein, über den Tellerrand hinauszublicken. Und dabei tut sie sogar etwas Gutes und bringt Menschen zusammen, die ohne ihre Hilfe vielleicht niemals voneinander erfahren hätten. Es ist eine erfrischende Geschichte, die Frühlingsgefühle hervorruft und mich zum Lachen gebracht hat.

Matilda ist ein sehr sympathischer Charakter, der auf wundervolle Art und Weise eine tolle Entwicklung durchmacht und dabei neue Freunde und wunderbare Bekannte trifft, mit denen sie durch alle Emotionen schreitet.

Mein Fazit:
Summerfeeling und Frühlingsgefühle sind vorprogrammiert; wer bei diesem Buch nicht mindestens schmunzelt ist selber Schuld.

4 von 5 Sternen.

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